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Projektdokumentation: Das Diesel Projekt – VW Golf 4 1.9 TDI Umbau (2015–2018)
Hinweis zur Methode
Diese Zusammenfassung basiert auf den automatisch erzeugten YouTube-Untertiteln der unten verlinkten Videos. Dieses Projekt lief über mehrere Jahre und wurde in dieser Zeit teils unterbrochen; die letzten beiden Quellvideos liegen zeitlich deutlich auseinander (2016 und 2018). Zahlenwerte, die im Ton nicht eindeutig zu verstehen waren, wurden nicht übernommen. Korrekturen mit Beleg sind willkommen.

Ausgangsbasis
Grundlage ist ein günstig gekaufter VW Golf 4 mit dem 1,9-Liter-TDI-Motor (Serie 130 PS), zum Projektstart mit rund 295.000 bis 300.000 km Laufleistung. Ziel war es, die Leistung zu verdreifachen und gleichzeitig ein alltagstaugliches, optisch unauffällig-originales Fahrzeug zu bauen. Als Ausgangsmesswerte wurden im Video unter anderem 0 auf 100 km/h in rund 8,8 Sekunden sowie 100 auf 150 km/h im vierten Gang in rund 11 bis 12,9 Sekunden festgehalten.

Zustandsprüfung beim Zerlegen
Beim Zerlegen des Motors wurde trotz der hohen Laufleistung ein guter Erhaltungszustand festgestellt: Der Kreuzschliff der Zylinderlaufbahnen war noch vorhanden, die Lagerschalen zeigten laut Video nur normale, unauffällige Anlaufspuren, der Turbolader hatte praktisch kein Axialspiel. Zylinderkopf und Ansaugkanäle wurden bewusst im Serienzustand belassen und nicht bearbeitet.

Kurbeltrieb
  • Verbaut wurden geschmiedete Stahlpleuel (statt der originalen Gusspleuel) mit sogenanntem Haarschaftprofil (H-Profil) für ein besseres Verhältnis von Gewicht zu Steifigkeit, ausgelegt für rund 800 Nm
  • Verbaut wurden Mahle-Kolben ("Male"-Kolben im Video genannt), mit ausdrücklicher Begründung, dass deren Fertigungsqualität und Passgenauigkeit gegenüber gängigen Tuning-Kolben bevorzugt wird
  • Zylinderkopf wurde mit Stehbolzen statt der originalen Kopfschrauben verschraubt, da Stehbolzen laut Video eine deutlich höhere Zugkraft als Serienschrauben aufnehmen können, was für die angestrebten Drehmomentwerte nötig ist
  • Beim Festziehen der Haupt- und Pleuellager sowie der Stehbolzen wurde auf die Verwendung einer speziellen Gewindepaste hingewiesen, damit das eingestellte Drehmoment am Drehmomentschlüssel tatsächlich in der Schraubverbindung ankommt
Nockenwelle und Einspritzung
Eine speziell angefertigte Nockenwelle mit verändertem Nockenprofil und größerem Ventilhub wurde als Schlüsselbauteil für das gesamte Konzept beschrieben, da ein TDI-Motor serienmäßig für ein enges, niedriges Drehzahlband ausgelegt ist. Ziel war es, den Motor spürbar höher drehen zu lassen, damit auch ein größerer Turbolader über einen längeren Öffnungszeitraum der Ventile ausreichend gefüllt werden kann. Zusätzlich wurden die Pumpe-Düse-Einheiten der Einspritzung von einem spezialisierten Dienstleister auf rund 170 % höheren Durchfluss gegenüber Serie modifiziert.

Turbolader, Krümmer und Abgasanlage
  • Der kleine Serienturbolader wurde durch einen größeren, modifizierten Lader (Basis GTB2260) mit größerem Verdichter- und Abgasgehäuse ersetzt und dabei von einer einfachen Klappensteuerung auf VTG (variable Turbinengeometrie) umgebaut
  • Ein Auspuffkrümmer wurde eigens angefertigt (unter anderem mit einem CNC-gefrästen Führungsteil), mit besonderem Augenmerk auf Verzugsfestigkeit gegenüber den Temperaturwechseln im Betrieb
  • Die Abgasrückführung (AGR) wurde entfernt; im Video wird ausdrücklich betont, dass ein bloßer Ausbau ohne passende Anpassung der Steuergerätesoftware zu Fehlfunktionen führen kann
  • Eine eigene Downpipe mit deutlich größerem Rohrdurchmesser als serienmäßig wurde ergänzt
Ladeluftkühlung
Ein größerer Ladeluftkühler (Wagner Tuning) wurde verbaut, dazu komplett neue Ladeluftrohre aus Aluminium mit möglichst wenigen Schellenverbindungen, ausgelegt auf den angestrebten Ladedruck von rund 2,7 bis 3 bar. Da der originale Ladedrucksensor nur bis zu einem niedrigeren Grenzwert misst, wurde ein neuer, für den höheren Ladedruck geeigneter Sensor verbaut; im Video wird ausdrücklich davor gewarnt, diesen Schritt bei einer Ladedruckerhöhung zu vergessen, da das Steuergerät sonst mit falschen Werten rechnet und das Gemisch zu mager werden kann. Da der Serien-Ladeluftkühler nicht mehr in die originale Stoßstangenöffnung passte, wurde eine Stoßstange im R32-Design verbaut.

Kraftübertragung
Eine Kupplungs- und Schwungrad-Kombination von Sachs Performance wurde verbaut: ein leichtes Einmassenschwungrad (laut Video etwa halb so schwer wie das originale Zweimassenschwungrad) in Kombination mit einer Kupplungsscheibe mit hochreibendem, mehrfach segmentiertem Belag und gefederter Nabe. Im Video wird ausdrücklich empfohlen, bei einem Einmassenschwungrad auf eine gefederte statt einer starren Kupplungsscheibe zu achten, um Drehmomentschläge nicht ungedämpft ins Getriebe zu übertragen.

Methanol-Wassereinspritzung
Ergänzend wurde eine Methanol-Wassereinspritzanlage von Snow Performance (300-PSI-Pumpe, Vierdüsensystem) verbaut. Drei Düsen spritzen in die Ansaugbrücke ein, eine vierte Düse wurde gezielt vor dem Ladelufttemperatursensor platziert, um dem Steuergerät eine kühlere Ansauglufttemperatur zu vermitteln und so mehr Programmierspielraum zu erhalten; im Video wird ausdrücklich betont, dass dieser Kunstgriff sorgfältig in der Programmierung abgesichert werden muss, um ein zu mageres Gemisch zu vermeiden.

Leistungswerte
Auf dem Leistungsprüfstand wurden im Verlauf des Projekts rund 360 PS und 520 Nm erreicht (bei zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll ausgereizter Ladedruck-Abstimmung), mit denen sich die 100-auf-150-km/h-Zeit von ursprünglich rund 11 Sekunden auf unter 5 Sekunden verbesserte; 100 auf 200 km/h wurde mit rund 13,7 Sekunden gemessen. In einem deutlich späteren Video (Anfang 2018) wurde das Fahrzeug erneut auf den Prüfstand gestellt, nachdem ein Leistungsrückgang aufgefallen war; zu diesem späteren Zeitpunkt wurden rund 311 PS und 550 bis 560 Nm sowie eine 100-auf-200-km/h-Zeit von rund 15,4 Sekunden gemessen, was unter dem zuvor erreichten Bestwert lag. Als mögliche Ursachen wurden im Video unter anderem die kühlere Ansauglufttemperatur im Prüfstandsraum sowie noch nicht ausgeschöpftes Potenzial in Ansaugung und Steuergeräte-Abstimmung genannt.

Innenraum
Mit überwiegend gebraucht beschafften Teilen (unter anderem über eBay) wurde der Innenraum aufgewertet: ein Lenkrad aus einem Golf GTI, ein selbst schwarz lackierter Dachhimmel, selbstklebendes Alcantara-Imitat an A-, B- und C-Säule sowie gebrauchte Recaro-Sitze.

Karosserie und Felgen
In Zusammenarbeit mit einem darauf spezialisierten Karosseriebetrieb (KTS) wurde eine Blech-Verbreiterung umgesetzt: rund 4 cm je Seite (8 cm insgesamt), inklusive neu angefertigter innerer Radhäuser, komplett in Stahlblech nach eigens für dieses Fahrzeug angefertigten Schablonen gearbeitet und verschweißt, nicht als aufgeklebter Kunststoff-Verbreiterungskit. Auch die Stoßstange wurde aus Unfall-Ersatzteilen passend zur neuen Breite umgearbeitet, mit dem erklärten Ziel eines werksseitig wirkenden Erscheinungsbilds. Passend dazu wurden breitere Felgen und Semislick-Reifen montiert.

Ergebnisse
Das Fahrzeug bestand laut Video zwischenzeitlich die Hauptuntersuchung und wurde im Straßenbetrieb sowie bei ersten Testfahrten mit deutlich verbesserter Traktion gegenüber der Ausgangsbereifung gefahren; gleichzeitig wurden frühzeitig Verschleißsorgen an den Antriebswellen und Gelenken durch das stark gestiegene Drehmoment geäußert. Das Projekt wurde über mehrere Jahre mit Unterbrechungen fortgeführt; im letzten verfügbaren Video (2018) wird weitere Arbeit an Optik, Ansaugung und Steuergeräte-Abstimmung angekündigt, ein darüberhinausgehender Abschlussstand ist in diesem Quellenmaterial nicht dokumentiert.

Zeitraum
16.09.2015 bis 11.01.2018 (17 Videos)

Quellen Diese Zusammenfassung basiert auf automatisch erzeugten Untertiteln und ist keine offizielle Dokumentation von JP Performance. jp-forum.com steht in keiner Verbindung zur JP Performance GmbH.